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Archivradio - Geschichte in Originaltönen

Kultur

Das Radio: seit einem Jahrhundert Wegbegleiter der deutschen Geschichte. Historische Tondokumente vermitteln ein Gefühl für wichtige Ereignisse und Stimmungen vergangener Jahrzehnte.

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Der sowjetische Ministerpräsident Nikita Chruschtschow (l) wird kurz nach seiner Ankunft im September 1959 in Washington von dem US-amerikanischen Präsidenten Dwight D. Eisenhower (M) auf der Treppe von Blair House, dem Gästehaus der US-Regierung, beg
15.09.2021

Nikita Chruschtschow in Hollywood

September 1959 | Vom 15. bis 28.9.1959 besucht Nikita Chruschtschow als erster sowjetischer Staatschef die Vereinigten Staaten. Er war da schon ein paar Jahre im Amt, hatte sich nach und nach von seinem Vorgänger Josef Stalin distanziert und eine sogenannte Tauwetter-Periode eingeläutet. Chruschtschow nimmt sich Zeit, der Besuch dauert zwei Wochen. Er besucht New York, Washington und Hollywood und schüttelt vielen Persönlichkeiten die Hand - von Dwight D. Eisenhower bis Frank Sinatra. Daneben interessiert er sich sehr stark für die Landwirtschaft und trifft einen Farmer in Iowa. Der Besuch ist Dauerthema in den deutschen Medien - hier haben wir einige der Berichte zusammengestellt - teilweise mit den Moderationen von damals.

11 Min.
Standing ovations für US-Präsident George W. Bush bei seiner Ansprache am 20. September 2001 im US-Kapitol in Washington, DC.
12.09.2021

George W. Bush kündigt Angriffe in Afghanistan an

20. September 2001. Inzwischen ist klar: Für Terroranschläge vom 11. September 2001 sind Osama bin Laden und die Terrororganisation al-Qaida verantwortlich. Die operiert von Afghanistan aus, unter dem Schutz und der Duldung der Taliban-Regierung. Die US-Regierung fordert die Taliban auf, Osama bin Laden auszuliefern. Doch so weit gehen die Taliban nicht - sie bitten Osama bin Laden lediglich, freiwillig das Land zu verlassen. Das reicht US-Präsident George W. Bush nicht. Er kündigt am Abend des 20. September 2001 an, das Terrornetzwerk zu zerschlagen, und dass jeder Staat, der die Terroristen unterstützt, als Feind betrachtet wird. Bush betont zugleich, dass es sich dabei nicht um einen Angriff gegen den Islam handelt. Hintergrund ist eine zunehmend islamfeindliche Stimmung im eigenen Land seit den Terrorangriffen.

11 Min.
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) spricht am 6.11.2001 auf einer Pressekonferenz in Berlin. Vor Medienvertretern wurde bekannt, dass die Bundesregierung erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg deutsche Soldaten für einen Kampfeinsatz bereitstellen wird.
12.09.2021

USA fordern Bundeswehr-Hilfe in Afghanistan

6.11.2001 | Als Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 greifen die USA wenige Wochen später im Oktober Stellungen der Taliban in Afghanistan an. Es ist der Beginn des sogenannten "Krieg gegen den Terror". Und für den fordert die US-amerikanische Regierung internationale Unterstützung an - unter anderem von Deutschland. Der rot-grünen Regierung unter Gerhard Schröder (SPD) beschert diese Bitte eine Regierungskrise. Einige Abgeordnete vor allem der Grünen sind gegen einen Militäreinsatz der Bundeswehr in Afghanistan und wollen sich bei einer Abstimmung im Bundestag verweigern. In den folgenden Wochen wird auf politischer Ebene hitzig über das Für und Wider des Einsatzes diskutiert. Bundeskanzler Gerhard Schröder macht am 6. November 2001 die Bitte der US-Regierung öffentlich und erinnert an sein Versprechen, stets zu den USA zu stehen. Bundeskanzler Gerhard Schröder knüpft die Frage, ob sich Deutschland an der US-Operation "Enduring Freedom" in Afghanistan beteiligen soll, an die Vertrauensfrage. Am 16. November erhält er im Parlament eine knappe Mehrheit der Stimmen. Einige Wochen später, am 22. Dezember 2001, beschließt der Bundestag, dass sich deutsche Truppen außerdem beteiligen sollen an der ISAF Friedensmission der Vereinten Nationen in Afghanistan. Dafür bekommt die Regierung eine deutliche Koalitionsmehrheit.

6 Min.
Skyline von New York am 11. September 2001: Rauch steigt aus dem World Trade Center
11.09.2021

15:00 Uhr: Tagesschau meldet: World Trade Center in Flammen | Claus Kleber berichtet aus Washington

11.9.2001 | Rund 20 Minuten, nachdem ein Flugzeug in den ersten der beiden Türme des World Trade Centers geflogen ist, meldet die 15-Uhr-Tagesschau zunächst nur. Rund fünf Minuten später schaltet sie zum damaligen Korrespondenten Claus Kleber in Washington. Dass zu dem Zeitpunkt eine weitere Maschine bereits in den zweiten Turm geflogen ist, ist so noch nicht klar und wird erst in einer zweiten Live-Schalte zu Claus Kleber weitere fünf Minuten später angedeutet. Wir bringen hier den Mitschnitt der Nachrichten in voller Länge - auch deshalb, weil sie einen anderen Umstand deutlich machen. Die ersten vier Minuten drehen sich um neue Vorwürfe gegen Verteidigungsminister Rudolf Scharping. Der ist zu diesem Zeitpunkt aus verschiedenen Gründen bereits schwer angeschlagen, der Rücktritt galt nur noch als eine Frage von Tagen. Doch mit den Ereignissen verschwindet der Fall Scharping nicht nur in dieser Nachrichtensendung schnell aus den Schlagzeilen.

17 Min.
Dichte Rauchwolken steigen am 11.9.2001 aus dem teilweise zerstörten Pentagon in Washington auf
11.09.2021

19:00 Uhr: Sondersendung mit Live-Schalten - Weltweite Reaktionen auf die Anschläge in den USA

11.9.2001 | Die Zerstörung des World Trade Centers liegt etwas vier Stunden zurück. Die Hörfunkwellen SWR1 und SWR4 haben sich für die Berichterstattung über die Terrorangriffe zusammengeschaltet. In den Nachrichten ist Bundeskanzler Gerhard Schröder zu hören, der US-Präsident George W. Bush die uneingeschränkte Solidarität zusichert. Es gibt Live-Schalten zu vielen Korrespondenten in aller Welt. Zu hören sind Reaktionen aus dem Nahen Osten. Am Ende vergleicht der US-Journalist Don Jordan die Anschläge mit dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor. Und es gibt die konkrete Einschätzung, dass al-Qaida - die Terrororganisation unter der Führung von Osama bin Laden - den Anschlag geplant hat.

48 Min.