Wahlhelfer schütten Stimmzettel aus einer Urne auf einen Tisch zur Auszählung
SWR Aktuell

Niedrige Wahlbeteiligung - woran lag's?

Im Gespräch | 15.03.2021 | 3 Min.
Wahlhelfer schütten Stimmzettel aus einer Urne auf einen Tisch zur Auszählung
Erscheinungsdatum
15.03.2021
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Bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben weniger Menschen ihre Stimme abgegeben als vor fünf Jahren. Der Politikwissenschaftler und Parteienforscher Ulrich Eith sieht dafür zwei plausible Erklärungen: "Eine ganze Reihe von Menschen wollte nicht an der Wahlurne abstimmen, das belegt die sehr hohe Zahl der Briefwähler. Und dann bleiben noch ein paar, denen die Briefwahl zu umständlich war, die aber auch nicht ins Wahllokal wollten." Der zweite Aspekt sei die Beurteilung der Corona-Maßnahmen. Dabei gehe es vor allem um den Konflikt zwischen dem Wunsch nach Öffnung und der weiterhin hohen Gefahr durch das Virus. "Da regt sich viel Unmut und Protest", so Eith. Das habe sich diesmal aber nicht parteipolitisch ausgewirkt, sondern eher im Wahlverzicht. Deshalb konnte die AfD von diesem Protestpotential diesmal nicht profitieren. Die Flüchtlingskrise habe der Strategie der Partei vor fünf Jahren in die Karten gespielt: "Ängste zu schüren vor dem Fremden, mit Vorurteilsmustern Politik zu machen, das ist bei der Pandemie nicht aufgegangen", so Eith.

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